Verfahren


Airless-Zerstäubung

Airless ist ein luftlos zerstäubendes Farbspritzverfahren, bei dem das Material im Gegensatz zur Luftzerstäubung (Airmix) allein über den Materialdruck zerstäubt wird. Dabei wird das Material durch eine elektrisch oder pneumatisch betriebene Pumpe unter Druck gesetzt und presst das Material mit bis zu 250 bar durch eine Düsenbohrung. Dort wird das Material in einen Sprühstrahl zerteilt.

Die Vorteile:

  • hohe Flächenleistung, geringerer Materialverbrauch
  • weniger Sprühnebel
  • perfekte Oberflächen ohne Bläschenbildung in der Oberflächenschicht, da ohne Luftzufuhr gespritzt wird

Der Nachteil:

  • hoher Materialverschleiß

Airmix-Verfahren

Beim Airmix-Verfahren wird die Zusatzluft dem Spritzstrahl vor dem Lackaustritt über die Düsenschräge zugeführt. Dies garantiert einen ruhigen, stabilen Spritzstrahl und einen gleichmäßigen Lackauftrag. Dadurch werden geringere Drücke benötigt.

Die Vorteile:

  • materialschonend
  • weniger Verschleiß
  • geringerer Rückpralleffekt des Lackmateriales

Der Nachteil:

  • mehr Sprühnebel

Fluten

Rationelles, materialsparendes Applikationsverfahren für Grundierungen und Zwischenbeschichtungen. In speziellen Flutanlagen werden mittels Förderanlagen Holzbauteile mit Überschuss besprüht vornehmlich in geschlossenen Kreisläufen.

Tauchen

Besonders rationelles, durch spezielle Tauchwannen nahezu verlustfreies Applikationsverfahren für Grundierungen und Zwischenbeschichtungen mit in der Regel manueller Handhabung der einzelnen Holzbauteile.

ESTA

Beim elektrostatisch unterstützten Beschichten erfolgt die Zerstäubung über das Airmix- oder Airless-Verfahren. Zusätzlich gibt es durch die gleichpolige Aufladung der Materialtröpfchen einen Abstoßungseffekt, der das Sprühbild erheblich verfeinern kann. Die aufgeladenen Tröpfchen versuchen sich an einem geerdeten Objekt zu entladen. Dieses erzeugt eine Anziehungskraft der Tröpfchen zu dem geerdeten Werkstück. Entsprechend dem Verhältnis Anziehungswirkung und Tröpfchenbeschleunigung kann der Auftragswirkungsgrad deutlich durch diese Technik verbessert werden. Unter idealen Vorraussetzungen kann ein Auftragswirkungsgrad von bis zu 90 % erreicht werden.

Vakumat

Verlust- und oversprayfreie, profilunabhängige Vakuum-Beschichtung von Profilelementen und Flächen. In einem allseitig geschlossenen Gehäuse wird Farbe mit Überschuss appliziert, und durch Erzeugung eines Vakuums gleichmäßig wieder abgesaugt. Durch Veränderung der Absaugstärke sind vielfältige Beschichtungsmedien und Schichtstärken einsetzbar. Präzise Rundum- und Segmentbeschichtung sind in einem Arbeitsgang möglich. Es werden qualitativ hochwertige Oberflächen erzielt. Abhängig vom Lacksystem werden Schichtstärken von 10 bis 200 µ/m² erreicht. Ebenso können extrem hohe Produktionsgeschwindigkeiten erreicht werden.

Streichen

Diese einfachste Form der Schutzbehandlung wendet vor allem der Heimwerker an. Im gewerblichen Bereich kommt das Streichverfahren wegen des Kosten- und Zeitaufwandes nur noch in Sonderfällen in Betracht wie z. B. bei der Behandlung großer Bauteile (z. B. Brettschichtholz) oder dem Nachschutz frischer Schnittstellen. Um die erforderlichen Einbringmengen zu erreichen, sind meist mehrere Arbeitsgänge nötig.